Auch 2008 gibt es wieder zahlreiche Debüts auf die Ohren. Memphis May Fire, nicht aus Mepmhpis, Tenessee, wie der Name vielleicht vermuten lässt, sondern aus Dallas, Texas, werden eines davon abliefern, doch gibt es vom Ami-Fünfer erstmal einen kleinen Teaser auf ihr Album, was mit einer selbstbetitelten EP geschieht.
Ich dachte bislang, dass Progressive Rock/Metal eine sehr komplizierte Angelegenheit sei, aber mit dieser Scheibe werde ich wohl etwas besserem belehrt. Modern Metal entwickelt sich mehr und mehr zu etwas, was sich nicht mehr ganz so leicht definieren lässt. Bis dato zeichnete sich genannte Spielart durch die Symbiose aus traditionellem Metal mit modernem Hardcore aus. Doch Memphis May Fire gehen da noch ein Stück weiter. So verschmelzen neben den klassischen Metal-Elementen und Hardcore auch Einflüsse aus Southern Rock, Emocore sowie Alternative Rock. Mag recht komplex klingen, ist es stellenweise auch. Dazwischen gibt es auch sehr geniale Momente, wie z.B. in „Therapy Caravan of the Fair Room“, wenn es gegen Ende etwas epischer wird.
Der Rest des Albums schwirrt irgendwie zwischen Genialität und Wirrwarr herum, denn neben den genialen Momenten gibt es auch ziemlich verwirrende Momente, die im Gegensatz zu manch andere Band (u.a. Gojira) eher von der CD wegführen als hin. Zum Glück sind diese Momente relativ selten und treten hauptsächlich nur auf, wenn ziemlich krank geschrien wird.
Insgesamt ist dieser Five-Tracker ein sehr guter Vorgeschmack auf das kommende Debüt und zeigt die Bandbreite einer Band auf, die durchaus Potential besitzt. Freunde moderner Töne sollten hier mal reinhören. Für Traditionalisten ist die Platte eher nichts.
Tracklist:
1. Cowbell's Makin' a Comeback
2. Neutron Cameras vs. Smuggled Nuclear Bombs
3. Therapy Caravan of the Fair Room
4. History of Merica
5. Conjunctions, Conjunctions, Everybody Loves Them