Daksinroy - der Name einer indischen Tigergottheit. Diesen Tiger versuchen die 5 Jungs mit dem gleichen Bandnamen nun seit 14 Jahren in die heimischen Clubs und CD-Spieler zu tragen. 4 Alben und Gigs mit zum Beispiel Ektomorf haben sie in dieser Zeit schon erreicht. Gigs mit Ektomorf? Na dann kann uns ja nur extremer Metal erwarten. Richtig! Wollt ihr noch nen Tipp? Fuck Paradise, Bastards, Hate; wonach hören sich solche Liedtitel an? Klar, was andres, als eine fette Mischung aus Death und Thrash kann da gar nicht bei rumkommen. Die neuste Scheibe, Dystopia, liegt hier grade vor mir und ich werde nun klären, ob diese Mischung wirklich so fett klingt.
Zum Musikalischen brauch' ich eigentlich gar nicht mehr viel zu sagen: Die Kategorisierung könnte treffender und selbsterklärender nicht sein. Der Hörer bekommt hier eine groovige Old-School Mixtur vor den Latz geknallt, die zudem durch einen super Klang punkten kann. Man würde zwar zu weit gehen, diese Platte als Meisterwerk Andy Classens in Punkto Sound zu definieren; eine grundsolide Arbeit hat er hier jedoch auf jeden Fall vollbracht.
Rein technisch gibt es hier also gar nichts zu meckern: Daksinroy zocken routinierten Death/Thrash-Metal mit ordentlichem Druck und Groove. Das reicht zwar aus um eine akzeptable, gut hörbare CD zu produzieren; was jedoch fehlt, ist dieses besondere Etwas, der Grund, warum ich ausgerechnet diese Combo in der Fülle der Death/Thrash-Bands hören sollte oder einfach die nötige Individualität. Das hier servierte 9-Gänge-Menü wirkt nämlich nicht besonders originell und in ähnlicher Form schon x-mal gehört. Desweiteren kommt die CD teilweise sehr monoton daher, vor allem in Bezug auf die Gesangslinien. Hier growlt sich Sänger DJ in einer Tonlage durch sämtliche Songs. Ein bisschen Abwechslung hätte dem gut getan.
Wer sich damit abfinden kann, dass hier das Rad nicht mal ansatzweise neu erfunden wird, kann seinen Spaß an dieser Scheibe haben. Außerdem sollte man extrem schlichten und teilweise mit Fehlern überhäuften Songtexten nicht empfindlich gegenüberstehen, da sonst die eigenen Haare schneller als erwartet zu Berge stehen.
Einige Songs wissen hingegen echt zu knallen, so zum Beispiel "Nightmare" oder "Hate" und trotz einiger Kritikpunkte ist das Dargebotene allemal solide.
Tracklist:
01. Utopia
02. Genetic
03. Bastards
04. Fuck Paradise
05. Innocence
06. Nightmare
07. Hate
08. Beast
09. Dead or alive