Hätte ich doch damals in der Spanisch-AG besser aufgepasst! Aber Leo hilft mir: Jugando con Fuego - mit dem Feuer spielend, wenn ich das jetzt richtig übersetzt habe. So heißt das neue Album von Calibre Zero, vier Metalern aus Madrid. Der Titel mag passend sein, denn dies ist ihr Debütalbum und muss sich, wie die Jungs, erstmal behaupten.
Wenn man sich erstmal an das Spanisch gewöhnt hat, wo man doch sonst nur Englisch oder Deutsch gewohnt ist, ist es gar nich so übel.
Ein bisschen schleppend kommen sie in Gang, aber das ist schnell vorüber. Auffallend ist der eher dreckige Sound, der das Ganze ein bisschen wie eine Garagenaufnahme klingen lässt. Passend dazu singt, ruft ist vielleicht der bessere Ausdruck, Ricardo die Texte, die nicht wirklich immer in einem geordneten Rhythmus daherkommen. Seine Stimme ist stark und rau, und ich kann auch gerade bei den Refrains nicht sagen, ob da nicht noch Background Vocals dabei sind. Auf jeden Fall ist er laut. Und das scheint auch ein Hauptkriterium der Jungs zu sein: laut sein. Und wild.
Die Gitarren kriege ich fast nur in Powerchords mit, bis auf die Soli, die für meinen Geschmack manchmal schon zu sehr abdriften, wild eben. Dabei wird auch oft bewusst an der Harmonie vorbeigespielt, was dem ganzen eine gewisse Wildheit - entschuldigt die Wiederholung - oder auch Aggressivität verleiht. Dadurch wird ihr Sound sehr ausdrucksstark, was aber durch die Dynamik noch verstärkt wird, denn die Songs sind im Mid- bis Uptempo gehalten.
Dafür sorgt Antonio an der Batería, die im Gegensatz zu anderen Bands mehr in den Vordergrund rückt und ordentlich Druck macht.
Trotz ihres eigenen Sounds ist die Ruhe nach den zwölf Tracks irgendwie wohltuend. Sie geben dem Hörer doch schon mächtig eins auf die Ohren.
Calibre Zero haben sich an ihrem Erstlingswerk nicht verbrannt. Wer es ungeordnet mag, und ich benutze dieses Wort noch einmal, wild, der kann hier getrost ein Ohr riskrieren. Sie sind laut, und so sollte man ihre Musik auch hören. Sie haben ihren Stil, der allerdings gegen Ende des Albums vorhersehbar wird, aber wir stehen ja auch erst am Anfang.
Tracklist:
01. Rock Hasta Morir
02. Asi Es
03. Es El Momento
04. Dilo Alto
05. Nada Que Perder
06. Jugando Con Fuego
07. Como und Perro Fiel
08. Derrotando Miedos
09. El Espiral
10. Gran Ciudad
11. Buenos Tiempos
12. Quien Qieres Ser