Drei Jahre ist es nun her, da tauchten Chthonic mit „A Decade On the Throne“ auf meiner musikalischen Landkarte auf. Asiatische Bands gelten auch heute noch als Exoten im Bereich Metal. Chthonic veröffentlichen Anno 2009 mit „Mirror of Retribution“ Album Nummer fünf.
Musikalisch, so bin ich der Meinung, klingen die Taiwanesen seit je her nach Cradle of Filth. Seit diesem Album habe ich immer mehr das Gefühl, als werde man zu einem Cradle-Klon, denn dieses ständige Gekeife, dass nur ab und an mal durch etwas guturaleren Gesang abgelöst wird, ist nun präsenter als zuvor. Man setzt nicht mehr so sehr auf Atmosphäre, sondern tendiert in Richtung Härte. Klar, es finden sich noch atmosphärische Passagen, jedoch sind diese etwas zurückgefahren.
Dies mag jetzt etwas negativ klingen, jedoch ist es nicht so gemeint. Klar, man muss ein Gekeife á la Dani Filth mögen, aber das von Freddy ist etwas anders, was am Grundcharakter Chthonics liegt, die nicht den Kiddie-Faktor haben.
Was nach wie vor mit dabei ist, ist der traditionelle Touch, was Chthonic von den anderen Bands dieser Sparte abhebt und den Sound etwas besonders macht. Natürlich ist die textliche Ausrichtung wieder fern ab black-metallischer-Themen und bezieht sich somit nicht auf Religion oder ähnliches.
Insgesamt bietet das Album gute Unterhaltung, ist aber unterm Strich etwas monoton, auch wenn hier und da mal Frisches aufwartet. Wer also guten Extreme Metal hören will und nicht auf die Standardt-Bands aus Europa und Amerika zurückgreifen will, sollte sich Chthonic auf den Einkaufszettel schreiben.
Tracklist:
1. Autoscopy
2. Blooming Blades
3. Hearts Condemned
4. Venom In My Veins
5. The Aroused
6. Sing-Ling Temple
7. 1947
8. Fort-Nine Theurgy Chains
9. Rise Of The Shadows
10. Bloody Waves Of Sorrow
11. Spell Of Setting Sun: Mirror Of Retribution