Wer sich in der Literaturszene ein wenig auskennt, dem dürfte der Name Raskolnikow durchaus etwas sagen. Wem nicht, dem sein gesagt, dass es sich dabei um die Hauptfigur des Romans „Schild und Sühne“ des bedeutensten russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski handelt. Seit 2002 gibt es nun auch eine Band, bestehend aus Francesco DiTacchio (Vocals), Andreas Marr (Guitar), Christoph Rössel „Drums) und Johannes Jeckel (Bass), die den Namen Raskolnikow trägt. Mit der CD „No Skills“ setzen sie mit ihrem Free Rock zum Sturm auf die Gehörgänge an.
Die Bezeichnung Free Rock trifft es durchaus, denn die Musik kann man nicht in eine dieser ach so beliebten Schubladen stecken. Man ist zu funky um alternativ zu sein, zu rockig um punkig zu sein und was weiß ich nicht noch. Jedenfalls kann man sagen, dass hier zu viele Schubladen abgedeckt werden, als dass man es wirklich kategorisieren könnte, daher trifft es Free Rock ungemein.
Wenn man sich nun versucht das Schaffen der Jungs musikalsich vorzustellen, so wird dies nicht leicht fallen, denn man muss es hören, um sie zu verstehen.
Zu Beginn begrüßt den geneigten Hörer eine Brise Rage Against the Machine, gepaart mit etwas Creed und einem großen Schuss Eigeninitiative. Eigeninitiative ist auch das Stichwort für die restlichen Songs. Hier und da kann man Vergleiche mit zum Beispiel den Red Hot Chilli Peppers ziehen und Bands der Grunge-Ära, aber eigentlich sind dies nur wage vergleiche, denn der Sound ist zu eigenständig, um mit anderen Bands verglichen werden zu können.
Raskolnikow zeigen auch, dass sie variabel sind. So bekommt man vom treibenden Opener „Tower“, über das emotionale und kraftvolle „Sun Revolver“ bis hin zum groovigen „Thomas“ einiges geboten. Die Songs „Overload“ und „No Skills“ fügen sich irgendwo dazwischen ein.
Also, wer sich nun traut aus den alten, gewohnten Hörgenüssen zu entfliehen und etwas wirklich gutes und eigenständiges hören möchte, der ist bei Raskolnikow genau richtig. Rock trifft Jazz, Funk, Alternatives und Co, dazu ein knackiger Sound. Genau das richtige für experimentierfreudige Leute. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie sich die Jungs weiterentwickeln.
Tracklist:
1. Tower
2. Overload
3. Sun Revolver
4. No Skills
5. Thomas